Samstag, 4. Juli 2015

Marillen-Marzipan-Tarte

Diese wunderbare süße Tarte ist natürlich überhaupt nicht für meine momentanen Esseinschränkungen geeignet. Ich kann maximal die feine Marzipanmasse zwischen den Marillen herauslöffeln. 
Aber ich koche ja nicht nur für mich alleine, sondern sehr oft auch für größere Runden. So wie heute. Da kommen meine Kolleginnen Sonja, Caro, Sabina, Minnie, die Fräulein Floras und Adi zu Besuch. Es wird gegrillt, gegessen, getrunken, gefeiert und ein wenig auf unseren Event zurückgeschaut und wohl auch ein Blick auf SATC16 geworfen.
Wenn man auf den Markt geht, so wie ich heute bereits um sechs Uhr morgens, dann kommen einem überall frische Marillen, so heißen die süßen Aprikosen bei uns in Österreich, unter. Das ist ein Grund um eine wunderbare Tarte zu backen.
Ich gestehe, dass ich für die heutige Version einen fertigen Teig verwendet habe, der durchaus eine gute Qualität aufweist und besonders hilfreich ist, wenn man wenig Zeit hat.



Marillen-Marzipan-Tarte
runde Form mit 30cm

1 Packung Tarte-Teig rund
200 g Marzipan
1 Ei
100 ml Schlagobers (Schlagsahne)
2 Esslöffel Kristallzucker
2 Esslöffel Pflaumenwein
2 Esslöffel geriebene Mandeln
750 g Marillen (Aprikosen)
einige Nadeln Rosmarin



Teig 20 Minuten vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen. Ausrollen und in die eingefettete Form geben. Mit einer Gabel mehrmals anstechen. 
Marzipan in kleine Würfel schneiden mit Ei, Schlagobers, Pflaumenwein und Zucker fein pürieren und auf den Teig füllen. Mandeln darüber streuen. Marillen entkernen und vierteln. und auf die Marzipanmasse schichten. Bei 180 Grad Umluft 40 Minuten backen. 10 Minten vor Backende gehackten Rosmarin darüberstreuen.




Donnerstag, 2. Juli 2015

Karottenschaum

Vor einigen Tagen habe ich über mein Zahndilemma berichtet. Zwei Wochen sind vergangen und nun warte ich, dass sich die Fäden lösen, damit das Provisorium unterfüttert werden kann. Dann wird ein neuer Zeitplan festgelegt, irgendwann am Beginn des neuen Jahres wird dann der Unterkiefer wieder kau- und beissfähige Zähne tragen, so dass ich hoffentlich wieder den Status erreiche, den ich vor der Zahnentfernung hatte. Steaks und Schnitzel werde ich auch dann nicht wieder essen können, aber dieser Zustand begleite mich nun seit vier Jahren.
An heißen Tagen hat man meist ohnedies wenig Hunger und freut sich über kühlende Speisen und Getränke. 
Man kann sich vielleicht vorstellen, dass eine alleinige Ernährung durch Säfte und Smoothies auf Dauer ziemlich langweilig ist und mitunter auch leicht frustrierend, aber man kann lernen, sehr gut mit diesen Misständen um zu gehen. 
All dies bedeutet für mich, dass ich sehr viel experimentiere und diverse Speisen für stark esseingeschränkte Menschen ausprobiere.
Eigentlich war es nach meiner Erkrankung mein Ziel so normal wie möglich zu essen, davon bin ich im Moment sehr weit entfernt, aber es ist sehr interessant sich mit der Umsetzung von 100% barrierefreien Gerichten auseinander zu setzen. Dazu zählt auch der Umstand, dass ich auch zu Hilfsmitteln greife, die üblicherweise in Klinik- oder Seniorenhausküchen verwendet werden. Mittlerweile kann man unterstützende Pulver auch in Apotheken oder Online erwerben. 
Bei meinem heutigen sehr einfachen Rezept kommt nicht nur mein Hausfreund VITUS, mein allerliebster Entsafter Vita Juicer von Novis zum Einsatz, sondern auch ein geschmacksneutrales Espumapulver, das einem simplen Saft Volumen schenkt und somit die Verschluckungsgefahr herabsetzt. Aspiration ist auch heute noch manchmal eine Gefahr für mich.
Geschäumte Safte kann man übrigens auch sehr gut dekorativ servieren, was in solchen Fällen besonders wichtig ist.




Karottenschaum
2 Portionen

1 Kilo Karotten
5 Minzblätter
1 Messbecher Texturpulver für Lebensmittelschäume

Karotten schälen und mit den Minzblättern entsaften. Espumapulver einrühren und in einen Sahnespender füllen. Zwei Stunden kühlen und anschließend in kleine Gläser füllen. 




VITUS ist durch die freundliche Unterstützung von Coolima bei mir wohnhaft.




Montag, 29. Juni 2015

Warum ich so gerne auf Bloggertreffen gehe; Food Blog Days in München

Blogger haben auch ein reales Leben jenseits des Internets, deshalb freue ich mich immer sehr, wenn in erreichbarer Nähe Treffen stattfinden, die oft ganz unterschiedlicher Natur sind. Angefangen von lokalen Stammtischen, an dem oft Menschen mit sehr unterschiedlichen Themen an einem Tisch zusammensitzen. Über Bloggercamps wie wir es hier in Salzburg vor einigen Wochen mit Salt and the City veranstaltet haben oder professionell organisierten Veranstaltungen, wie den Food Blog Days, die derzeit durch Deutschland touren. 



All diese Meetings zielen auf eines hinaus, Vernetzung im richtigen Leben. Natürlich sind die Hintergründe sehr verschieden, Stammtische haben faktisch nie einen kommerziellen Background. Camps benötigen Sponsoren und Partner um ein Rahmenprogramm und eine Infrastruktur bieten zu können. Professionelle Veranstaltungen haben meist das Ziel Kooperationen zwischen Firmen und Bloggern Verbindungen herzustellen. Diese Treffen haben auch eine ganz wichtige Funktion, nämlich, Blogger lernen Blogger kennen. Wer so wie ich auf viele Veranstaltungen reist, auch weit über die Landesgrenze hinaus, der schließt auch durchaus lockere Freundschaften, die über die Blogosphäre weit hinausgehen. Gerade echte Nischenthemen, zu denen barrierefreies Essen eindeutig gehört, haben oft das Problem wahrgenommen zu werden. Meine persönliche Erfahrung die nun doch schon drei Jahre andauert, zeigt mir eindeutig wie wichtig es ist, gerade einem so schwierigen Inhalt auch ein Gesicht und den Menschen dahinter Preis zu geben. Ich finde es sehr schön, wenn man bei diversen Anlässen altbekannte Gesichter, teils zum ersten Mal oder öfter trifft. 
Und nun fand am vergangenen Wochenende ein Food Blog Day fast vor meiner Haustüre in München statt. Ich kenne einen der Veranstalter, Franz von connecting companies, seit einiger Zeit durch Mail- und Telefonkontakt. Er zählt zu jenen Menschen, die sich intensiv mit meinem Inhalt und dem doch schwierigen Hintergrund auseinandergesetzt haben. Somit noch ein sehr guter Grund um in die bayrische Hauptstadt zu reisen.



Der Food Blog Day soll dazu dienen um Blogger mit bekannten Marken zu verbinden. Dazu werden im Laufe des Tages diverse Workshops durch Partner  angeboten, die man vorab frei wählen kann. Ich habe mich für Messer schleifen und pflegen bei Zwilling angemeldet. Vieles war mir schon bekannt, weil ich Messer als eines der wichtigsten Küchenutensilien ansehe, die man wirklich gut behandeln sollte. Trotzdem war ich sehr erstaunt, dass man Messer tatsächlich auch sehr gut selber schleifen kann. Früher habe ich mir Steine in Form von Brillianten gewünscht, jetzt steht ein wesentlich günstigerer Schleifstein am Wunschzettel. 





Nach einer kleinen Mittagspause, in der ein persönliches Catering von einer Suppenküche vom Viktualienmarkt für mich organisiert wurde, ging es weiter zum Food Pairing zu Alpro, das ebenfalls in einem der Räume von Kustermann stattfand. Food Pairing bezeichnet verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Aromen. Hier wurden Smoothies auf Basis von Hafer- Reis-, Soja- und Kokosmilch hergestellt. Nach einer umfangreichen Erklärung durften die Teilnehmer hemmungslos selber Kombinationen kreieren und ausprobieren. Durchaus spannend welche Mixturen hier teilweise Zustande kamen.




Danach stürzte ich mich zusammen mit drei Kollegen ins Münchner Öffi-Netz um zur Burda-Redaktion zu gelangen. BurdaLife ist der Hauptsponsor der Food Blog Days und ich finde es sehr interessant, dass ausgerechnet ein Verlag Blogger unterstützt. Wir Internet-Schreiberlinge werden ja schon lange als durch aus ernst zu nehmende Konkurrenz angesehen, umso freundlicher, dass man jetzt aufeinander zugeht. Schade, dass die Zeit so schnell verging, denn die Einblicke in die Entstehung einer Kochzeitschrift sind wirklich sehr spannend und auch teils sehr erstaunlich. Allein was die Vorlaufzeit eines derartigen Magazines anbelangt. Manchmal werden Artikel auf Grund der Saisonalität der Produkte ein Jahr um Voraus geplant, während wir Blogger einen Artikel an einem Tag herstellen können.





Zurück in der Kustermann Kochschule erwartete mich eine Koch-Session mit Guido Weber und diversen Philips Geräten. Ich muss nun gestehen, dass ich den größten Teil geschwänzt habe, weil ich mich auf der gemütlichen Terrasse mit Kollegen und Partnern verquatscht habe. Den Airfryer habe ich ohnedies schon seit einem Jahr zu Hause stehen, weil Philips auch in Österreich schon auf Bloggerveranstaltungen vertreten war.





Das Abendprogramm diente hauptsächlich der Vernetzung der Anwesenden. Und einem exzellenten Buffet in Gläser von La Belle Assiette, das Vorort zubereitet wurde. Welch eine Freude, dass hier einige Kleinigkeiten auch für meine besonderen Bedürfnisse zu finden  waren.



Mein Abend klang nach sehr vielen anregenden und auch wertschätzenden Gesprächen in meinem wunderhübschen Zimmer im nahen Hotel Louis zu Ende. Ein ganz besonders bewegender Moment war das Zusammentreffen mit einer jungen Kollegin, der Vater an einem ähnlichen Tumor erkrankt ist und dadurch zu einem meiner Leser zählt. Da sehe ich mich in meiner Arbeit bestätigt. 
Sehr lobend möchte ich mich noch über das herrliche Frühstücksbuffet im Hotel Louis aussprechen, das eine erstaunlich große Auswahl für mich persönlich bot. Nicht umsonst bin ich dort bis 14 Uhr in sehr netter Gesellschaft hängen geblieben. 







Herzlichen Dank an alle Beteiligten für dieses wunderbare Wochenende.






Dienstag, 23. Juni 2015

Aussicht auf die kommenden Wochen, zahnlos essen

Ich habe lange überlegt diesen Artikel hier am Blog zu veröffentlichen, oder doch besser auf jener Plattform, auf der ich sehr viel über meine Krebserkrankung schreibe. Eigentlich dürfen meine Leser doch auch erfahren, wie ein Leben jenseits hübscher, barrierefreier Rezepte und Restaurantempfehlungen mit passenden Gastrezepten im Alltag aussieht. 
Seit meiner Diagnose Plattenepithelkarzinom am Zungenrand und Mundboden lebe ich mit großen Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme. Ein großes Problem stellt dabei, die durch Operation und Bestrahlung erworbene Dysphagie, dar. Das bedeutet, dass ich nicht mehr richtig schlucken kann und jeder Schluckvorgang ein großer Kraftaufwand ist. Außer die Speisen sind breiig, flüssig, aber wer will das denn schon für den Rest seines Lebens. Sehr problematisch sind auch dünne Suppen. Reis, Nudeln, fasriges Fleisch, Brotkrusten, frisches Gemüse, viele Obstsorten sind einfach ein No Go. Dazu kommt der Umstand, dass ich auch den Kiefer nicht mehr richtig öffnen kann. Was zur Folge hat, dass der Beiß- und Kauvorgang sehr eingeschränkt ist. 
Ich habe in den letzten drei Jahren sehr gut gelernt mit diesen Umständen zu leben und trotz dieser Widrigkeiten und großen Einschränkungen einen lebenswerten und vor allem auch genussvollen Alltag zu praktizieren. 
Vor gut eineinhalb Jahren ist leider ein Umstand eingetreten, den viele Patienten mit Kopfbestrahlungen kennen. Zwei Jahre nach Therapieende haben sich die ersten Anzeichen einer Strahlenkaries bemerkbar gemacht. Binnen kurzer Zeit waren acht Zähne im Unterkiefer, die bis dahin gesund waren, von Karies angegriffen. Erschwerend kommt da meine geringe Kieferöffnung hinzu, die eine ordentliche Zahnbehandlung fast unmöglich macht. Voriges Jahr im Frühling wurden dann nach vielen Erhaltungsmassnahmen trotzdem die angegriffen Zähen unter Narkose aus dem Unterkiefer entfernt. Seitdem trage ich an dieser Stelle ein Provisorium, weil sich auf Grund eines Rezidivverdachtes im letzten Herbst sämtliche Sanierungsmassnahmen verzögert haben. An erster Stelle stand  aus verständlichen Gründen der Ausschluss eines erneuten Karzinoms  und diese Überwachungsphase hat sich über Monate hingezogen, mit dem schönen Ergebnis, dass es sich wirklich nur um einen Verdacht gehandelt hatte. 
Leider hat diese Verzögerung dazu geführt, dass sich das verbliebene Zahnmaterial im Unterkiefer nicht wirklich verbessert hat. Über Monate wurde bei unzähligen Sitzungen versucht, die Zähne zu erhalten und zu stabilisieren, so dass sie einen dauerhaften Zahnersatz tragen könnten. Wie es manchmal so ist  im Leben, wurde dieser Plan ordentlich durchkreuzt, denn auch im Oberkiefer machten sich die ersten Strahlenkariesschäden breit und somit musste auch dort ein Zahn entfernt und ein weiterer saniert werden. Im Zuge dieser Arbeiten brach dann ein bereits stabilisierter Zahn im Unterkiefer ab. 
Ich muss nun natürlich erklären, dass viele technische Arbeiten an einem bestrahlten Knochen nicht mehr durchgeführt werden können. Implantate sind nicht so einfach zu setzen. Ein fester Ersatz ist nicht von Vorteil, weil man versucht die ehemalige Tumorstelle jederzeit zugänglich zu halten. Die Kostenfrage möchte ich hier nicht weiter erläutern, denn auch wenn es nach Tumorerkrankungen im Mundbereich diverse Sonderleistungen seitens der Kassen gibt, so decken sie niemals die wirklichen Kosten, die bei einer dauerhafte, seriösen Lösung zum tragen kommen würden. In meinem Fall wird es sich immer nur um einen Kompromiss handeln, selbst wenn die Kasse kulanter Weise einen großen Teil übernehmen sollte.
Und dann trat letzte Woche eine kleine Katastrophe ein. Zahnschmerzen mitten in der Nacht in einem Ausmass, das ich bis dahin nicht kannte und ich traue mir zu sagen, dass ich diesbezüglich sehr erprobt bin. Das ging soweit, dass ich früh morgens auf der Toilette ohnmächtig zusammenbrach. 
Die Konsequenz dieses theatralischen Zwischenfalls war, dass zwei Tage später sämtliche verbliebenen Zähne im Unterkiefer, vier an der Zahl, ambulant entfernt wurden. Ich stellte mich auf ein gröberes Abenteuer ein. Das war aber nicht der Fall, nach einer Stunde verließ ich dick verschwollen, leicht entstellt und halb zahnlos die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Ich versuche stets nach solchen Situationen möglichst schnell in meinen persönlichen Alltag zurück zu kehren, der ja durch meine Essens-Verhaltensauffälligkeiten ohnedies schon ein wenig anders ist.
Dieses Mal ist es aber ein wenig schwierig. Es dauert nun Wochen, eher noch Monate bis ein akzeptabler Zustand hergestellt sein wird. Bis dahin schwimmt ein Provisorium auf meinem sehr beleidigten Unterkieferknochen, das wohl mehr zur Verschönerung als zum Kauen und Beißen dient.
Und warum erzähle ich das jetzt alles?
Das ist eine kleine Erklärung weshalb es hier in den kommenden Wochen nur breiige, dickflüssige Speisen geben wird. Einerseits freue ich mich auf eine spannende Experimentierphase, weil es so gar nicht meinem sonstigen sehr eingeschränkten Essverhalten entspricht, breiig zu essen. Andererseits fühle ich mich sehr in die Zeit der langen Rekonvaleszenz zurückversetzt und daran erinnere ich mich nicht wirklich gerne.
Vielleicht hat der eine oder andere meiner Leser auch einen Ideenanstoß, was ich in der kommenden Zeit so alles auf meine Teller und in meine Schüsseln zaubern könnte. 

Heute werde ich ein altes Rezept auskramen, passend zur kalten Regenzeit und eine Tomatensuppe kochen, eventuell ohne faschierte Knöderl.








Donnerstag, 18. Juni 2015

Ausflug ins Seniorenwohnhaus Nonntal

Nein, ich habe nicht vor in nächster Zeit in ein Seniorenwohnhaus zu übersiedeln, aber ich habe vom Magistrat Salzburg eine Einladung erhalten, einen Vormittag in der Küche des größten städtischen Seniorenwohnhauses zu verbringen. Hand anlegen und mitarbeiten durfte ich aus hygienischen Gründen natürlich nicht, aber ich habe sehr viele interessante und unbekannte Eindrücke mit nach Hause genommen.



Es war für mich das erste Mal, dass ich eine derartig große Küche betreten habe. Kein Vergleich zu normalen Gastronomie-Küchen. Alleine die riesigen Maschinen, Töpfe und Pfannen versetzen in Erstaunen. Küchenchef Helmut Söllinger hat sich besonders viel Zeit genommen, um mir Abläufe und Hintergründe einer derartigen Großküche zu erklären. 




Mich hat natürlich die Frage, welche Kost Menschen mit Kau- und/oder Schluckbeschwerden erhalten, besonders interessiert. Ich konnte erfahren, dass es kaum Heimbewohner gibt, die wirklich Dysphagie-Nahrung erhalten, weil die meisten der Menschen bis ins hohe Alter versuchen möglichst normal zu essen. Natürlich werden die Gerichte nach angepassten Maßstäben hergestellt. Erstaunlich, dass der Geschmack im Alter offenbar eher Richtung süß tendiert. Viele Bewohner wünschen sich traditionelle, bodenständige Hausmannskost. Es gibt Vegetarier, aber sie deklarieren sich nicht, sondern bestellen einfach immer die fleischlosen Angebote. Veganer sind keine bekannt und auch Intoleranzen und Unverträglichkeiten existieren nahezu nicht.




Was mir sehr imponiert hat, ist der Umstand, dass beinahe alle Speisen aus frischen Lebensmitteln hergestellt werden.  Lediglich Obst aus der Dose findet manchmal Verwendung. Knödeln, Frittaten, Kartoffelpüree, faschierte Krapferl, all das wurde während meiner Anwesenheit frisch gekocht. Überwältigend in welchen Mengen, wobei man dazu sagen muss, dass diese Küche bis zu 1000 Essen bewältigen könnte und nur mehr in eingeschränktem Rahmen verwendet wird. Rund 100 Bewohner werden verköstigt, ein Teil der Mitarbeiter und zirka 40 Essen werden für Magistratsbeschäftigte aus der Nähe vorbereitet. 




In der Küche wird im Schichtbetrieb gearbeitet, vom Frühstück über Mittagessen in den Gemeinschaftsräumen bis zum Abendessen wird hier alles vorbereitet. Das Mittagessen kann auch am Zimmer eingenommen werden. Man versucht jedoch die Bewohner zum gemeinsamen Essen zu animieren.





Weiche Kost wird meist aus dem bestehenden Essen zubereitet, in dem die Komponenten püriert werde. Ich war sehr erstaunt wie schmackhaft mein Menü schmeckte, denn ich hatte mich ganz bewusst für diese Kostform entschieden, obwohl ich einige Speisen aus dem normalen Essensplan wählen hätte können. Faschierte Krapferl mit Kartoffelpüree zum Beispiel.





Obwohl es einen fixen Speiseplan gibt, der kontinuierlich wechselt, wird auf Wünsche der Bewohner sehr behutsam eingegangen.
In Salzburg kann man ab Pflegestufe 3 einen Platz in einem städtischen Seniorenwohnhaus beantragen. Diese Form des Wohnens im Alter wird es übrigens nicht mehr lange geben, denn auch das altehrwürdige Haus im Nonntal wird in den kommenden Jahren in Wohnraum umgewandelt und im großen Park entstehen Gebäude mit Appartements die zu Wohngruppen zusammengefasst werden. Die Großküche hat dann wohl ausgedient.
Mein ganz persönlicher Eindruck von diesem sehr spannenden Vormittag, wegen des Essens würde ich dort bleiben. Ansonsten möchte ich über das Thema Wohnen im Alter noch lange nicht nachdenken.



Herzlichen Dank an das nette Küchenteam und den Mitarbeitern der Pflege für die vielen schönen Eindrücke.

Seniorenwohnhäuser der Stadt Salzburg

Dienstag, 16. Juni 2015

Kichererbsen mit Spinat

Vor einigen Monaten hat sich meine Salzburger Bloggerkollegin Conny auf den Weg in das ferne Thailand gemacht. Sie hat uns damals gebeten in der Zeit ihres Urlaubes ein wenig behilflich zu sein, um ihren Blog mit Rezepten zu füllen. So hatte ich Gelegenheit ein zweites Mal bei Conny virtuell zu Gast zu sein. Mitgebracht habe ich ihr im Februar ein sehr unkompliziertes Gericht mit Kichererbsen, dass durchaus auch für Menschen mit Kau- und Schluckproblemen geeignet ist. Wichtig ist, dass die Kichererbsen sehr weich gedünstet werden, so dass man sie gegebenenfalls gut mit einer Gabel zerdrücken kann.



Kichererbsen mit Babyspinat und Tomaten
2 Portionen

300 g Kichererbsen gekocht
1 kleine weiße Zwiebel
Olivenöl
50 g Babyspinat
4 kleine Tomaten
Salz
Kreuzkümmel

Zwiebel schälen und sehr klein würfeln. In Olivenöl glasig dünsten und die Kichererbsen hinzufügen. Mit etwas Wasser aufgießen und weich dünsten. Tomaten überbrühen, die Haut abziehen, in kleine Stücke schneiden und mitdünsten. Babyspinat klein schneiden, hinzufügen und so lange rühren bis der Spinat zusammenfällt. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit Kreuzkümmel abschmecken.


Samstag, 13. Juni 2015

Ein schnelles Zitronenhuhn für die Salzburger Medienfrauen

Anfang Juni war es soweit. Die Salzburger Medienfrauen haben sich von einigen Salzburger BloggerInnen bekochen lassen und nebenbei ein wenig Einblick in das Thema Foodblog erhalten. Der Montag Abend in der Miele Galerie in Wals war eine wunderbare Gelegenheit um sich untereinander zu vernetzen.
Schon Wochen vorher haben wir BloggerInnen einen kleinen Schlachtplan ausgeheckt, wie wir den Mediendamen unsere Arbeit am besten präsentieren könnten. Es geht ja nicht nur um das Thema Kochen alleine , sondern auch das ganze Drumherum. Wie entsteht ein Rezept, wie wird das fertige Gericht passend für Fotos präsentiert und welchen Artikel stellt man dazu am Blog ein. Ferner wollten wir auch die gesamte Arbeit auf den Social Media Kanälen zeigen. Dazu haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt. Kochen, fotografieren und schreiben und zu guter Letzt, verteilen. 
Es war geplant, dass möglichst alle Vorgänge sehr realitätsbezogen stattfinden, mit der Ausnahme, dass wir für eine größere Anzahl von vorwiegend Damen kochen würden. Wir hatten diesbezüglich schon Erfahrungen, weil wir unsere Non-Food-Bloggerkollegen zu Weihnachten bekocht hatten und unsere Zusammenarbeit sehr gut funktionierte. 



Ich war für eine der Vorspeisen zuständig. Dafür wählte ich das bewährte Saiblingstatar und als Hauptgang entschied ich mich für ein schmackhaftes Zitronenhuhn, das man sehr gut für eine große Gästeschar vorbereiten kann. Meine Kollegin Conny rührte mit massivem Körpereinsatz ihr wunderbares Risotto als Beilage. 
Üblicherweise sollte man Zitronenhuhn schon am Vortag marinieren, hält man sich an die Standardrezepte, dann verwendet man  alle Hühnerteile. Ich wollte ursprünglich, dass die Damen, so fern sie willig gewesen wären , ein wenig zur Hand gehen hätten sollen. Ich habe mich aber dann vor Ort entschlossen, die Hühnerfilets bratfertig vorzubereiten. Die Nachfrage nach dem sehr einfachen Rezept war an diesem Abend sehr groß, so dass ich es gerne hier niederschreibe, auch wenn es von barrierefrei sehr weit entfernt ist, aber auch ich koche im Alltag ja auch nicht immer nur für meine eigenen Bedürfnisse.



Schnelles Zitronenhuhn
4 Portionen

4 Hühnerfilets mit Haut
8 Salbeiblätter
4 Biozitronen
1 halber Bund Petersil
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Die Haut von den Filets vorsichtig abheben und jeweils zwei Salbeiblätter auflegen und die Haut wieder glattstreichen. Filets in eine Bratform einlegen. Zitronen auspressen.Saft mit etwas Olivenöl verrühren und über die Filets gießen. Die Zitronenhälften dazu legen. Salzen und pfeffern. Wenn möglich einige Stunden ziehen lassen. 
Filets aus der Form nehmen, Flüssigkeit etwas abtropfen lassen und rundherum kurz anbraten. anschließenden wieder in die Bratform legen und mit Zitronensaft einpinseln. Bei 200 Grad mit Grillfunktion für 15 Minuten in das Rohr geben. Petersilblätter darüberstreuen und nochmals bei 90 Grad Umluft mindestens je nach Filetgröße 30 Minuten weitergaren lassen. Zwischendurch mehrmals mit dem Bratensaft aufgießen.
Als Beilage eignen sich neben Risotto auch sehr gut Ratatouille oder Bratkartoffel, ebenso ein einfacher gemischter Salat.





Am Herd standen an diesem Abend Kathie, Eva, Anita, Conny und Michaela. Unser Kollegin Sonja musste leider an diesem Abend krankheitsbedingst das Bett hüten. Die Fotoecke betreuten Caro und Sabina bei denen ich mich für das Fotomaterial bedanke. Die Gastrosophen unterstützen uns mit alten Rezepten und Foodstyling. Eva sorgte für eine reibungslose Wiedergabe auf Instagram.
Herzlich bedanken möchte ich mich bei Frau Maria die mir die wunderbaren Kochgeräte näher brachte.







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